Netzwerkgeld - Baustein der Wirtschaftsförderung

Speziell für kleine und mittlere Unternehmen in einer Region ist es überlebenswichtig, das sie ihre Produkte und Dienstleistungen vor Ort absetzen können. Regionale Netzwerke aus Verbrauchern und Unternehmen werden dabei zu einem Wettbewerbsvorteil.
Gute Möglichkeiten zum Kennenlernen und zur Kommunikation sind Visitenkartenpartys, Branchentreffpunkte, Stammtische oder Sommerfeste. Ein Baustein für eine Zusammenarbeit in einem regionalen Netzwerk ist ein gemeinsames Netzwerkgeld. Hiermit entsteht durch die Nutzung des Geldes eine dauerhafte Kooperation und Absatz zwischen den am Netzwerk beteiligten Unternehmen, die Unternehmen können sich durch Kredit Liquidiät in Netzwerkgeld verschaffen und einen regionalen Kundenbestand pflegen und an sich binden. Es sind jedoch nicht ausschließlich ökonomische Aspekte die zur Betrachtung eines Netzwerkgeldes gehören.
In einem weiteren Schritt können Vereine, Verbraucher und Kommunen zur Nutzung des Netzwerkgeldes motiviert werden. Ein regionales Geld entsteht und fördert so den Zusammenhalt und die Identität in einer Region.

Die Organisation und Finanzierung dieses Netzwerkgeldes ist grundsätzlich eine Aufgabe der kommunalen Wirtschaftsförderer. Als Initiator für Netzwerkgeld sind Wirtschaftsförderung, Industrie und Handelskammern oder Handwerkskammern noch ehr selten anzutreffen. Der Impuls zur Herausgabe von von Regionalgeld geht bislang von Gruppen, bestehend aus Unternehmen und Verbrauchern aus. Diese Gruppen suchen dann regelmäßig die Unterstützung durch die örtliche Wirtschaftsförderung. Offene Türen und die Bereitschaft andere Wege wie bisher auszuprobieren, kann Unterstützung für die Gruppen vor Ort bringen. Die aktive Unterstützung kann dabei vielfältig sein und sich mit kleinen Schritten entwickeln. Im Ergebnis wird dann Regionalgeld zum einem Element einer aktiven Wirtschaftsförderung.


Kommentare:

  1. So ist es. Und es wäre wünschenswert, wenn die etablierten Institutionen sich die Wirksamkeit der Regiogelder genauer anschauen würden.

    Schön wäre aber auch zu wissen, wer die Artikel auf regiogeld.de schreibt, um die Hintergründe zum Artikel besser nachvollziehen zu können.

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  2. was sagt denn das finanzamt einem unternehmer,der mit regiogeld arbeitet? er fuehrt doch dann keine mehrwertsteuer ab? ausserdem ist der euro doch gesetzlich vorgeschriebenes zahlungsmittel.
    viele gruesse

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    1. Ganz einfach. Regionalgeldumsätze werden steuerlich wie Euroumsätze behandelt und ganz normal besteuert. Die Steuer ist dann selbstverständlich in Euro abzuführen.

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  3. Ich wüsste gerne, wie man die lokale Sparkasse, Bank usw. dafür gewinnen könnte. Wenn ich mit der Idee einfach so hingehe, tippen sich die vermutlich nur an die Stirn - vielleicht haben sie auch noch nie davon gehört. Ich würde gerne mittels Verein eine solche Parallelwährung im Weinviertel (Österreich) einführen, die Konsumenten hätten schon Interesse, aber mir fehlen gute Argumente für den Handel und besonders für die Bank. Der Handel wird einwenden, wenn man den "Regio" ohnehin erst kaufen muss und er genausoviel wert ist wie der Euro, wozu dann das Ganze? Wo ist der Anreiz für den Handel??? Ich fürchte, weder Banken noch Handel haben Interesse - aber ich kann mich täuschen. Bitte um Argumentationshilfe!!! - Danke!

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    1. In Oberhausen im Rheinland besteht das Schwarzbank Projekt nach einem Kulturprojekt im Frühjahr 2012. Ein zweiter Anlauf wird zur Zeit gestartet unter der Bezeichnung Rio (Regionalgeld Oberhausen) als Arbeitstitel. Die Einheit war die Kohle.

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  4. wir glauen, das man die Teilnehmer nur gewinnen kann, indem sie eure Parallelwährung einfach mal ausprobieren können. Also quasi wie ein Spiel. Man könnte das auch Simulation bezeichnen. Dazu müssten sich vielleicht etwa 50 bis 100 Teilnehmer bereiterklären. Aus der Testphase müsste für die Teilnehmer ersichtlich sein, woraus sich denn der Nutzen ergibt. Also sollte man sich die Frage stellen, welches Problem kann die Parallelwährung für die Teilnehmer lösen. Hat man dieses gelöst, dann glaube ich geht der Rest von ganz alleine. Damit wären dann die Ergebnisse die schlagenden und eindeutigen Argumente. Man kann auch fragen, was denn die Währung leisten müsste, damit sie als Alternative zum Euro wahrgenommen wird. Der Anreiz für den Handel könnte darin liegen, dass sie einfacher an Investitionskapital kommen, solange dieses regional investiert wird. Die Investoren wären dann die Teilnehmer, die ja die Währung gern loswerden wollen und dafür ja Waren und Dienstleistungen erhalten, die wertvoller sind als das Tauschmittel.

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  5. Die Argumente von Regiogeld sind im großen und ganzen schon sehr schlüssig und auch nachvollziehbar. Dennoch ist es fragwürdig ein Regiogeld einzuführen um Unternehmen und Verbraucher moralisch (psychisch) unter Druck zu setzen, vor ort einkaufen zu müssen.
    In meinen Augen hat dann grundsätzlich die Gesellschaft versagt, also die Menschen selbst. Voher kann denn das kommen? Denkt doch mal an die großen marketingkapagnen MEDIA-KARKT und Co. mit Ihren Argumenten "Geiz ist Geil" usw... Die jetzige Politik schmeißt Geld aus dem Fenster.... und dann soll mit Regiogeld der Verbraucher und Unternehmer geknebelt werden. Denke das ist sehr fragwürdig.
    Im Prinzip verdient da nur einer, nämlich der Verein und die Druckerei oder Werbeagentur die das Regiogeld druckt....

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    1. Hallo Anonym, vielen Dank für die kritische Reflektion. Die Akzeptanz von Regiogeld ist freiwillig. Die Nutzer wissen bevor sie zu Regiogeld greifen, dass bei ALDI u.ä. diese Geld nicht angenommen wird. Niemand setzt von den Regiogeld Initiativen Verbraucher moralisch oder psychisch unter Druck.

      Als Nutzer von Regionalgeld kann ich sagen, dass die Nutzung des Euros mir mehr Druck macht, insbesondere wenn er knapp verfügbar ist. Das Bezahlen mit Regiogeld ist dagegen mit Freiheit und Entspannung verbunden. Geknebelt fühle ich mich nicht durch Regiogeld, sondern durch den Zwang Euros zu verdienen und annehmen zu müssen, damit ich meiner Steuerpflicht nachkomme um letztendlich die Vollstreckung mit Polizeigewalt zu vermeiden.

      Gewinn macht bei Regiogeld die Gemeinschaft derer, die das Geld nutzen. Ich persönlich kenne keine Initiatoren und Aktive, die aus der Arbeit mit Regiogeld Einkünfte in bankenüblicher Höhe haben. Nicht einmal in Berufseinsteigerhöhe. Ich kenne auch keinen Verein, Druckerei oder Werbeagentur, die Supergewinne mit der Produktion von Regiogeld einstreicht. Vielmehr wird bei der Umsetzung von Regiogeld sehr viel Arbeit geleistet, die keine klassische Vergütung erfährt.

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  6. Sofern ich es richtig verstanden habe, ist das Regiogeld vom Wert her an den Euro gebunden. Nimmt man dadurch dem Regiogeld nicht seine eigene Dynamik und Vorteile?
    Gibt es Regionen oder entsprechende Tests, wo das Regiogeld einen Euro-unnabhängigen Wert hat?

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