Charleroi emittiert Regionalwährung im Wert von 4 Mio. Euro

Die Stadt Charleroi in Belgien mit etwa 200.000 Einwohner hat zwischen den Lockdowns in 2020 eine Unterstützungsaktion für den lokalen Einzelhandel gestartet. Allen Bürger*innen wurden 20 Euro in der Regionalwährung "Carol'Or" (siehe Abbildung angeboten. Über 95% haben von dem Angebot Gebrauch gemacht und sich die Gutscheine zuschicken lassen. Dadurch kamen 4 Mio. Euro in Form einer Regionalwährung in Umlauf. Die Aktion läuft noch bis 30. Juni 2021.


Ziele der Regionalwährung sind:

  • Vernetzung von lokalen Unternehmen, Initiativen und Dienstleister
  • Solidarität und Respekt für die Umwelt
  • Stärkung der Realwirtschaft 
  • Kampf gegen Finanzspekulationen 
  • Begegnung der globalen Erwärmung durch Unterstützung von kurzen Transportwegen
Die lokale Initiativgruppe wird unterstützt von "Financite", einem Verein in Belgien, der Regionalwährungen berät und bei der Implentierung hilft. Der Verein arbeitet mit staatlichen Behörden eng zusammen und erhält projektbezogen Förderungen.

Dieses Beispiel zeigt, dass eine Koordination zwischen Staat und Zivilgesellschaft im Sinne von Public-Citizenship-Partnerships zu nachhaltigen Lösungen bei der Begegnung von gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen kann.

Mehr zum Thema Komplementärwährungen als soziale Innovation findet sich in folgendem Beitrag: